| |
Dienstag, 26.1.2010, 20:48:36 Uhr
Sulfur – Sulphur in der Homöopathie
Schwefel, wie Sulfur zu gut deutsch heißt, gehört zu den am häufigsten vorkommenden Substanzen der Erde. Die medizinische Geschichte des Sulfur geht schon weit zurück.
In der Homöopathie setzt man das Mittel Sulfur, das aus diesem Schwefel gewonnen wird, bei Menschen ein, die ein gewisses ungepflegtes Aussehen haben, die sich aber auch nicht waschen wollen, die eine trockene unreine Haut haben, zu Akne und Pickeln neigen. Es besteht auch eine Neigung zu spröden und trockenen Haaren, das Gesicht sieht irgendwie schmutzig aus. Oftmals findet man auch Haarschuppen, besonders auf der Stirn Mitesser. Es zeigt sich oft eine schuppige und trockene Haut, die juckt. Dieses Jucken verschlimmert sich nachts im Bett. Wird die Haut verletzt, bilden sich schnell Eiterungen. Ausschläge werden schlimmer durch Waschungen.
Diese Menschen sind oft sehr dünn bzw. mager, haben oft rote Wangen, und das obwohl sie genug essen, zudem sind sie oft schwach. Sie sehen oft schmal und hager aus, lassen die Schultern hängen, oft sind sie auch nicht allzu groß gewachsen. Sie wirken schlampig und faul, pedantisch, egozentrisch, können aber durchaus freundlich wirken und ideenreich. Leider neigen sie auch zur Angeberei bzw. zum Übertreiben und sie reden leider oft auch über Dinge, von denen sie keine Ahnung haben.
Sie können nicht lange stehen, sind aber immer mit etwas beschäftigt, haben immer neue Ideen und wollen diese auch umsetzen. Bei der kleinsten Schwierigkeit lassen sie diese Ideen aber fallen und verfallen dann in Desinteresse. Diese Menschen sind auch sehr auf sich selbst bezogen, sind schnell reizbar und neigen zu depressiven Stimmungen.
Diese Menschen sind etwas gleichgültig, was ihr Aussehen betrifft, zudem haben sie einen Hang zum Philosophischen, was ihnen den Ruf des zerlumpten Philosophen einbrachte. Sie streben keinem Vergnügen hinterher und ihnen ist auch egal, was andere über sie sagen. Zum Teil bilden sie für ihre eigenen Ideen auch eine Art Fanatismus aus.
Und obwohl sie selbst eher unreinlich erscheinen und auch manchmal sind, können Sie keine schlechten Gerüche vertragen. Und noch etwas ist ganz typisch für den Sulfur-Typ: Er erfreut sich an unschönen Dingen, etwa an früher schöner, inzwischen aber verschlissener Kleidung. Nicht selten sind Sulfur-Typen auch Messis.
Für Sulfur-Menschen ist das Stehen eine Qual, man sieht sie immer und überall sitzen.
Die Sulfur-Typen haben mehr Durst (besonders auf Alkohol) als Hunger, sie essen aber gerne fettes Essen, besonders Fleisch und Süßigkeiten.
Krankheiten treten oft periodisch auf, z.B. Krampfanfälle oder der typische „Quartalssäufer“, der mal trinkt, dann wieder nicht.
Falls man Sulfur als Konstitutionsmittel einsetzen möchte, sollte man vorher einen erfahrenen Homöopathen dazu befragen, da hierzu eine Hochdosierung notwendig ist. Von einer Selbstbehandlung wird abgeraten!
Typische Anwendungsgebiete für Sulfur
- Hautproblemen
- Akne
- Schuppenflechte
- Ekzeme
- Krätze
- Zellulitis
- Furunkel
- Herpes
- Masern
- Windelausschlag
- Verdauungsstörungen
- Atemwegserkrankungen
- Durchfall
- Weissfluss
- Epilepsie
- Krämpfe
- Alkoholismus
- Verstopfung
- Schlafstörungen
- Hämorrhoiden
Des weiteren empfiehlt sich Sulfur auch bei typischen Frauenproblemen, etwa schmerzenden oder unregelmäßigen Menstruationsblutungen, bei PMS, bei Pilzinfektionen an den Geschlechtsorganen, wenn es juckt und brennt, bei Hitzewallungen in den Wechseljahren, brennenden Blasenentzündungen.
Bei Männern zeigt sich die Stärke des Sulfur bei Potenzproblemen, wenn das Glied juckt oder schmerzt, wenn sich Entzündungen am Penis gebildet haben oder wenn die Prostata entzündet ist.
Typische zu Sulfur passende Symptome
- Die Betroffenen haben am Wochenende oft Kopfschmerzen, die wie ein Band um den Kopf sind. Gerüche verschlimmern die Schmerzen, Kälte bessern sie.
- Die Betroffenen leiden unter einer Entzündung der Bindehaut, haben das Gefühl, als wäre San im Auge
- Die Betroffenen sind sehr geruchsempfindlich
- Die Betroffenen haben um 11 Uhr starken Hunger
- Die Betroffenen haben Durchfall am Morgen
- Die Betroffenen haben stinkende Blähungen
- Die Betroffenen können schlecht schlafen, wachen nach wenigen Stunden immer wieder auf.
- Die Betroffenen strecken nachts die Füße unter der Bettdecke hervor, weil die Füße brennen
- Die Betroffenen riechen unangenehm
- Die Betroffenen haben gerötete Körperöffnungen
- Die Betroffenen leiden an Verstopfung, ihr Stuhlgang schmerzt
- Die Betroffenen wollen süßes und fettes essen
- Die Betroffenen vertragen keine Milch
Modalitäten
Verbesserung durch
Die Beschwerden verbessern sich durch körperliche Anstrengung, sich bewegen, warmes Wetter, liegen auf der rechten Seite, aufgedeckt sein und Frischluft
Verschlechterung durch
Die Beschwerden verschlimmern sich durch Bettwärme, durch Stehen, durch Liegen, durch Süßigkeiten, vormittags und abends, durch waschen, nach dem Aufstehen, durch Feuchtigkeit und kurz vor Mittag
Bitte beachten Sie, daß gerade bei Sulfur es zu einer ausgeprägten Erstverschlimmerung kommen kann. Das bedeutet dann, daß das Mittel zwar passt, die Dosierung aber angepaßt werden muß.
Thema: Homöopathie
Der Beitrag "Sulfur – Sulphur in der Homöopathie" wurde 27609 mal gelesen.
|
Zufällige Beiträge im Schüssler-Blog
|
|
0.13032603263855 sec. to build
|
|